Viele technische Hilfen im Haushalt, die früher als “Spielerei” galten, gehören heute schon fast zum Standard: Elektrische Rollläden, bewegungssensible Beleuchtung oder Alarmanlagen sind in vielen Häusern zu finden. Die ständige Weiterentwicklung lässt nicht nur neue Geräte hinzukommen, sondern es wird auch darauf abgezielt, eine zentrale und intelligente Steuerung bereits vorhandener Geräte zu ermöglichen. Computer, die sich beispielsweise über ein Touchscreen-Interface steuern lassen, übernehmen die Funktion der zentralen Steuerungseinheit. Fernbedienungen, die kleinen Tablet-PCs ähneln, ermöglichen die Kontrolle des gesamten Haushalts unabhängig davon, in welchem Raum sich die Bewohner gerade aufhalten.
Geht es nach den Entwicklern, soll die intelligente Steuerung nahezu alle Haushaltsgeräte miteinander verbinden – egal, ob Küchenmaschinen, Heizung, Unterhaltungselektronik oder Beleuchtung. Was früher in Science-Fiction-Filmen für Aufsehen sorgte, ist heute schon weitgehend möglich. So sind moderne Kühlschränke beispielsweise in der Lage, anhand des Strichcodes der enthaltenen Produkte deren Haltbarkeitsdatum zu bestimmen und ein Ablaufen desselben zu melden oder dem Besitzer mitzuteilen, welche Vorräte zur Neige gehen und nachgekauft werden müssen. Theoretisch könnte der Füllstand auch über eine Internetverbindung direkt an den Lebensmittellieferanten übermittelt werden, der dann neue Ware bis an die Haustür liefert. Lichtempfindliche Sensoren an den Fenstern können dafür sorgen, dass die Rollläden bei Eintreten der Dunkelheit selbsttätig schließen, Heizung und Klimaanlage reagieren automatisch auf die herrschenden Temperaturen in den Räumen und regeln diese nach Wunsch.
Trotz theoretisch möglicher Zentralsteuerungen des gesamten Haushalts gab es bisher Probleme bei der Umsetzung. Diese beruhten vor allem darauf, dass sich die Hersteller der unterschiedlichen Haushaltsgeräte nicht auf einen gemeinsamen Standard einigen konnten. Mittlerweile hat sich der Europäische Installationsbus (EIB) durchgesetzt, der auch das nachträgliche Hinzufügen neuer Komponenten zum bestehenden Netzwerk erlaubt. EIB-Netze arbeiten mit einer Spannung von 30 Volt – da in den meisten Altbauten lediglich ein 220-Volt-Stromnetz vorhanden ist, müssen im Falle einer Nachrüstung neue Leitungen verlegt werden. Weniger Aufwand gibt es in Neubauten, in denen EIB-Netze bereits integriert wurden.
Eine Begrenzung hinsichtlich der miteinander verbundenen Geräte gibt es nicht: Mit einer Datenübertragungsrate von 9,6 Kilobit pro Sekunde lassen sich theoretisch weit mehr als 10.000 Einzelgeräte ansteuern. Nicht nur im privaten Bereich, vor allem in Gewerbeimmobilien ergeben sich daraus vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Der Preis für den Einbau eines intelligenten Netzwerks kann schnell fünfstellige Höhen erreichen – die Nachrüstung eines älteren Gebäudes wird dabei wesentlich teurer sein als die Integration in einen Neubau, da für das neue Leitungsnetz umfangreiche Umbaumaßnahmen eingeplant werden müssen. Alternativ kann hier der Rückgriff auf funkgesteuerte Systeme ratsam sein, die eine kabellose Vernetzung der einzelnen Geräte ermöglichen. Auch auf dem Sektor der intelligenten Haustechnik gilt: Je weiter die Entwicklung fortschreitet und je mehr sich die Produkte etablieren, desto erschwinglicher werden sie mit der Zeit sein.
